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36: Innovative Lernräume für eine zukunftsorientierte Lernkultur

    In der Welt der Erwachsenenbildung und Hochschuldidaktik hat sich der Begriff “Lernraum” als eine zentrale Komponente etabliert, die physische, psychische und virtuelle Räume umfasst. Diese sind speziell dafür geschaffen, um das Lernen bzw. die Wissenserzeugung in akademischen und weiteren Bildungseinrichtungen zu ermöglichen.

    Von DALL-E generiertes Bild mit dem simplen Prompt “Nutze DALL-E und gestalte einen innovativen Lernraum für Erwachsenenbildung”, Yvo Wüest 27.11.23

    Definition und Typen von Lernräumen

    Ein Lernraum ist definiert als eine Umgebung, in der Lernen stattfindet und schließt sowohl den intentionalen und materiellen Ort des Lernens als auch die soziale Konstruktion und Bedingtheit des Lernens mit ein​​.

    Diese können in folgende Kategorien eingeteilt werden:

    1. Physische Lernräume: Traditionelle Lernräume, Labore, Bibliotheken und Lernzentren.
    2. Virtuelle Lernräume: Online-Lernplattformen, Lernmanagement-Systeme (LMS) und MOOCs​ (Massive Online Open Courses).
    Von DALL-E generiertes Bild mit dem simplen Prompt “Generiere mit DALL-E eine Visualisierung von einem virtuellen Lernraum”, Yvo Wüest 27.11.23

    Gestaltung von Lernräumen

    Die Gestaltung von Lernräumen in der Hochschuldidaktik beinhaltet physische, psychologische und didaktische Aspekte. Physische Aspekte umfassen die Platzierung von Gegenständen und Möbeln, die Nutzung von Farben und Licht, und die Einbeziehung von Technologie. Psychologische Aspekte zielen darauf ab, eine Umgebung zu schaffen, die das Engagement, die Zusammenarbeit und die Motivation fördert. Didaktische Aspekte berücksichtigen den Zugang zum Ort des Lernens und die Raumstruktur​.

    Herausforderungen und Potenziale

    Die Erwachsenenbildung steht vor der Herausforderung, für neue Lernsettings geeignete Räume zu schaffen. Die Architektur kann hierbei die Lernkultur maßgeblich beeinflussen​​. Innovative Lernräume sind nicht nur durch ihre physische Beschaffenheit definiert, sondern auch durch ihre Fähigkeit, digitale und physische Lernszenarien zu integrieren​​.

    Virtuelle Lernräume

    Virtuelle Lernumgebungen, wie LMS und MOOCs, bieten flexible Lernwege und unterstützen das selbstgesteuerte Lernen. Sie ermöglichen den Zugang zu Bildungsressourcen unabhängig von Ort und Zeit. Diese Räume sollten so gestaltet werden, dass sie die individuellen Bedürfnisse und Lernstile der Erwachsenen berücksichtigen und eine interaktive, kollaborative Lernumgebung bieten.

    Von DALL-E generiertes Bild mit dem ausführlich Prompt “Generiere mit DALL-E eine Visualisierung von einem zukunftsorientierten Lernraum”, wobei alle 6 Punkte unten in den Prompt integriert wurden, Yvo Wüest 27.11.23

    Zukunftsorientierte Lernräume

    Für eine zukunftsorientierte Lernkultur sind diese Elemente entscheidend:

    1. Aktive Lernsettings: Räume sollten für aktive Lernmethoden wie Gruppenarbeit, Workshops und Diskussionen ausgerichtet sein. Dies fördert die aktive Beteiligung der Lernenden und unterstützt kollaborative Lernprozesse. Flexible Möblierung und modulare Raumaufteilungen können hierbei unterstützen.
    2. Selbstorganisation und Autonomie: Die Lernumgebung sollte Selbstorganisation und Autonomie fördern. Erwachsene Lernende sollten die Möglichkeit haben, ihren Lernprozess selbst zu steuern und zu gestalten. Dazu gehören auch selbstbestimmte Lernzeiten und die Auswahl eigener Lernwege.
    3. Vielfalt an Lernräumen: Um unterschiedliche Lernbedürfnisse zu erfüllen, sind verschiedene Arten von Lernräumen notwendig. Dazu gehören ruhige Einzelarbeitsplätze, Gruppenräume, aber auch offene Lernlandschaften für informellen Austausch und Networking.
    4. Hybride Lehr- und Lernsettings: Die Integration von Online- und Präsenzlehre ermöglicht ein flexibleres und vielfältigeres Lernen. Durch den Einsatz digitaler Technologien können Lerninhalte sowohl im Kursraum als auch online interaktiv und kollaborativ bearbeitet werden.
    5. Nachhaltige Gestaltung: Lernräume sollten nachhaltig gestaltet sein, was sowohl die ökologischen Aspekte als auch die langfristige Nutzbarkeit und Anpassungsfähigkeit der Räume einschließt. Dies kann durch den Einsatz umweltfreundlicher Materialien und energiesparender Technologien erreicht werden.
    6. Bewusstsein für Lernraumarchitektur: Ein erhöhtes Bewusstsein für die Rolle der Architektur und Raumgestaltung in Lernprozessen ist wichtig. Die physische Umgebung sollte inspirierend und anregend sein und eine Atmosphäre schaffen, die sowohl Konzentration als auch Kreativität fördert.

    Fazit

    Die zukunftsorientierte Gestaltung von Lernräumen in der Erwachsenenbildung erfordert ein umfassendes Verständnis dafür, wie Raumgestaltung, Lehrmethoden und Technologie zusammenwirken, um effektive, motivierende und nachhaltige Lernerfahrungen zu schaffen. Es geht darum, Umgebungen zu schaffen, die nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch zur Entwicklung von Fähigkeiten und Kompetenzen beitragen, die in einer sich ständig verändernden Welt benötigt werden.

    Ressourcen

    1. Innovative Learning Spaces in the Making (Hughes & Morrison, 2020): Dieser Artikel untersucht die Möglichkeiten innovativer Makerspaces für Lehren und Lernen. Die Studie bezieht sich auf Theorien des verkörperten Lernens, der Materialität, der Neuroarchitektur und des Strukturalismus in Bezug auf Macht, Inklusion und Engagement innerhalb eines Lernraums. Es werden drei Schulen als Fallstudien hervorgehoben, und die Ergebnisse werden durch detaillierte Beschreibungen und verschiedene Datenquellen unterstützt.
    2. Innovative Learning Environments (OECD iLibrary): Diese Publikation des Centre for Educational Research and Innovation der OECD präsentiert internationale Materialien und ein neues Rahmenwerk zum Verständnis dieser Lernumgebungen. Es argumentiert, dass ein zeitgemäßer Lernraum die Elemente und Dynamiken seines “pädagogischen Kerns” innovieren, zu einer “formativen Organisation” durch starke Designstrategien werden und sich für Partnerschaften öffnen sollte, um soziales und professionelles Kapital zu fördern und Erneuerung und Dynamik zu erhalten.
    3. Quantitative Comparison between Traditional and Intensive Face-to-Face Education through an Organizational Model (Checa-Morales et al., 2021): Diese Studie vergleicht traditionelle und intensive Präsenzschulungsstile und entwickelt ein organisatorisches Modell zur Verbesserung der Studentenzufriedenheit. Die Studie hebt die Bedeutung der angemessenen Dauer von Präsenzunterricht hervor und trägt zur Gestaltung eines innovativen hybriden Systems in der Zukunft bei.

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