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33: Ein perfektes LinkedIn-Profil als Bildungsexpert:in erstellen

    Als Bildungsexperte ist deine Online-Präsenz von entscheidender Bedeutung. LinkedIn bietet attraktive Möglichkeiten, eigene Fähigkeiten und Kenntnisse zu präsentieren, mit anderen Fachleuten in Kontakt zu treten und das fachliche Netzwerk aktiv zu erweitern.

    Das „perfekte Profil“ zu erstellen, kann jedoch entmutigend sein. In diesem Artikel gehe ich auf die fünf Schlüsselelemente eines erfolgreichen LinkedIn-Profils für Bildungsfachleute ein und erkläre, wie du dich von der Masse abheben kannst.

    Grundsätzlich lassen sich die Kommunikationskanäle auf LinkedIn in zwei Kategorien einteilen: Unternehmensseiten und persönliche Profile.

    LinkedIn ist nämlich auch für Unternehmen ein interessanter Kanal, um zum Beispiel Employer Branding zu betreiben oder potenzielle Kund:innen anzusprechen. Als besonders erfolgreich hat sich jedoch die Kommunikation über persönliche Profile erwiesen. Dies kann natürlich auch von Unternehmen genutzt werden – Stichwort Corporate Influencing.

    Daher konzentriere ich mich in diesem Beitrag auf die Erstellung von LinkedIn-Inhalten für persönliche Profile.

    Das Titelbild oder der Body

    Das erste, was die Besucher deiner Profilseite sehen, ist das Titelbild. Es sollte ein Porträt von dir oder deinem Unternehmen sein, das professionell aussieht, aber auch Persönlichkeit und Charakter vermittelt. Achte darauf, dass das Bild von guter Qualität ist und benutze es, um dich den Besuchern vorzustellen – betrachte es als eine Art virtuellen Handschlag!

    Ein professionell Profilbild

    Wähle ein Profilbild, das klar und aktuell ist. Es sollte in Farbe sein und professionell wirken – denke eher an ein klassisches Porträtfoto als an einen lässigen Schnappschuss! Auch ein freundliches Lächeln ist immer gern gesehen – versuche dich sympathisch und ansprechbar für potenzielle Geschäftspartner:innen oder Arbeitgeber:innen zu machen.

    Der Profilslogan bei LinkedIn sollte kurz und aussagekräftig gestalten werden

    Profilslogan

    Die Zeile unter deinem Namen kann viel mehr als nur deine Position anzeigen. Hier kannst du ein aussagekräftiges Wertversprechen oder Keywords unterbringen, um in der LinkedIn-Suche optimal gefunden zu werden. Bei mir steht hier zum Beispiel „Bildungsexperte“ und „Fachbuchautor für Didaktische Reduktion“ und „Podcast-Host bei Education Minds“.

    Infobox

    Dieser Abschnitt enthält wichtige Informationen über dich, einschließlich deiner Berufsbezeichnung, Fähigkeiten und Erfahrungen. Halte diesen Abschnitt kurz, aber informativ – keine unnötigen Details! Verwende Schlüsselwörter, die für dein Fachgebiet relevant sind, damit Leute, die z.B. nach „Trainer für didaktische Reduktion“ suchen, dich leicht finden können.

    Der Abschnitt „Im Fokus“ erlaubt es, drei Beitäge besonders gut hervorzuheben.

    Im Fokus

    In diesem Abschnitt kannst du wichtige Leistungen oder Projekte hervorheben, die mit deinem Werdegang im Bildungsbereich in Verbindung stehen. Du kannst hier auch relevante Auszeichnungen erwähnen, die du erhalten hast, oder Kurse, die du geleitet hast, Forschungsprojekte oder Veröffentlichungen über Lehr- oder Lernpraktiken – alles, was deine Expertise in diesem Bereich unterstreicht!

    Ebenfalls kannst du in diesem Abschnitt Links zu deiner Website und zu Artikeln außerhalb von LinkedIn oder zu Artikeln und Posts innerhalb von LinkedIn angeben.

    Zwei Beispiele für persönliche Empfehlungen im LinkedIn-Profil, hier von Sahar Gasgari-Luu und Georg Lichtenegger.

    Empfehlungen

    Empfehlungen von aktuellen oder ehemaligen Kolleg:innen, Vorgesetzten oder Studierenden sind von unschätzbarem Wert, um sowohl die Qualität der eigenen Arbeit zu zeigen als auch zu erfahren, wie andere über die Zusammenarbeit mit einem denken. Dieser Bereich wird auf LinkedIn nur von wenigen Nutzer:innen genutzt, ist aber gerade für Selbstständige Gold wert, um Empfehlungen von Kund:innen direkt in das Profil einzubinden und z.B. nach Absprache auf der eigenen Website wiederzuverwenden.

    Logo der LinkedIn-Fachgruppe #AusbilderSchulleitendePersonalentwickler.

    Fachgruppen

    Schließe dich unbedingt den für dich relevanten und interessanten LinkedIn-Fachgruppen an. Denn hier spielt die Musik auf der Plattform. Wenn es noch keine Gruppe zu deinem Thema oder deiner Expertise gibt, dann gründe eine! Ich habe damals die Fachgruppe #AusbilderSchulleitendePersonalentwickler und später die Fachgruppe #DidaktischeReduktion gegründet, die heute zusammen über 8’000 Mitglieder in den fachlichen Austausch bringen.

    Sich mit den richtigen Menschen vernetzen

    Um sicherzustellen, dass deine LinkedIn-Beiträge von den richtigen Personen gesehen werden, musst du dich mit deiner Zielgruppe vernetzen. Nutze die LinkedIn-Suche, um diese Personen zu finden und aktiv mit ihnen zu interagieren. Durch eine solche Vernetzung wirst du mehr Follower sammeln und dich als Expert:in auf deinem Gebiet positionieren. Du kannst auch klein anfangen, indem du dich mit sinnvollen Kommentaren an Diskussionen unter bereits bestehenden Posts beteiligst. Auch diese Interaktionen werden deinem Netzwerk angezeigt und helfen dir, deine Präsenz auf LinkedIn zu verbessern.

    Einen Content-Plan erstellen

    Um sicherzustellen, dass du regelmäßig LinkedIn-Beiträge veröffentlichst und um Zeit zu sparen, kannst du deine gesammelten Themen in einem Redaktions- oder Content-Plan organisieren. Eine solche Struktur erleichtert auch die Zusammenarbeit mit anderen Personen bei der Erstellung von Beiträgen. Asana ist ein empfehlenswertes Projektmanagement-Tool für die Zusammenarbeit an einem Content-Plan. Lege dort einfach ein neues Projekt an und verwende die Kalenderansicht für deinen Redaktionsplan. Für jeden LinkedIn-Beitrag kannst du Unteraufgaben anlegen, z.B. für die Erstellung von Visuals oder Texten. Gute Erfahrungen habe ich auch mit dem Versanddienst Buffer gemacht. Seit LinkedIn die „Programmierung“ von später auszuspielenden Beiträgen erlaubt, habe ich den Dienst wieder abbestellt.

    Beispiel für einen LinkedIn-Beitrag zum Fachbuch „Lernen mit Hirn“ von Michael Kühl-Lenjer mit über 22’000 Views im Juli 2023

    Einen LinkedIn-Beitrag schreiben

    Wenn du einen Beitrag auf LinkedIn erstellst, solltest du einige Dinge beachten, um sicherzustellen, dass dein Beitrag erfolgreich ist. Hier sind einige Tipps:

    • Verwende eine Vielzahl von Formaten: Versuche neben Text- und Bildbeiträgen auch andere Formate wie Umfragen oder geteilte Dokumente (PDF-Slider), da diese gut funktionieren. Link-Posts oder geteilte Beiträge von anderen Nutzer:innen sind in der Regel weniger erfolgreich.
    • Verwende Visuals, die zur Plattform passen: Verwende Canva Pro, um Visuals und PDFs zu erstellen, und achte darauf, die richtige Bildgröße einzustellen. Da viele Nutzer:innen LinkedIn auch mobil nutzen, solltest du Beiträge im 1:1 oder 4:5 Format posten.
    • Achte auf den Aufbau deines Postings: Längere, inhaltsreiche Texte kommen auf persönlichen Profilen auf LinkedIn in der Regel besser an, wenn sie gut strukturiert sind. Nutze also gerne die maximale Zeichenlänge von 1.300 Zeichen aus und beginne mit einer spannenden Überschrift, die die Leser:innen dazu animiert, den Postingtext zu lesen. Gliedere dann den Inhalt mit ausreichend Absätzen, evtl. auch Emojis und Aufzählungen, damit er leicht zu lesen ist. Stelle am Ende eine Frage, um die Leser:innen dazu zu bringen, zu reagieren und in die Diskussion einzusteigen. Im Fachjargon auch „Call-to-Action“ genannt.

    12 Wichtige Tipps für einen starken Auftritt auf LinkedIn

    1. Der richtige Zeitpunkt ist kein Zufall.

    • Dienstag bis Freitag, morgens zwischen 08–11 Uhr, sind ideal.
    • Teste weitere Slots um 12 oder 17 Uhr – je nach Zielgruppe.
    • Am Wochenende funktionieren persönliche Inhalte gut.

    2. Frequenz schlägt Perfektion.

    • Mindestens 1 Post pro Woche ist ein Muss.
    • Optimal: 2–4 Posts pro Woche.
    • Wichtiger als perfekte Texte ist die Kontinuität deiner Sichtbarkeit – lieber verlässlich einmal pro Woche posten als unregelmässig mal zweimal, dann wieder gar nicht.

    3. Die richtigen Formate halten Aufmerksamkeit.
    Nicht alles performt gleich gut – diese Formate wirken aktuell besonders stark:

    PDF-Karussells (Slides):

    • Format: 6–12 Slides
    • Inhalt: Max. 50 Wörter pro Slide
    • Gestaltung: Schlicht, visuell ansprechend, mit Text und/oder Infografiken
    • Warum? Der Algorithmus trackt, wie viele Slides angeschaut werden. Kurze, klare Inhalte erhöhen die Verweildauer – und damit die Reichweite.

    Strukturierte Bild-Text-Posts:

    • Format: 900–1.500 Zeichen
    • Aufbau: Überschriften, Absätze, Aufzählungen, klare Call-to-Actions
    • Warum? Storytelling, fundierte Analysen, Infografiken, Selfies oder Gruppenfotos erzeugen Aufmerksamkeit und regen zur Interaktion an.

    Hochformat-Videos (9:16):

    • Format: Smartphone-optimiert, max. 60–90 Sekunden
    • Setup: Gute Beleuchtung, ruhiger Hintergrund, direkte Ansprache
    • Struktur: Starker Einstieg (Hook in den ersten 3 Sekunden), ein klarer Gedanke, ein starker Schluss mit CTA
    • Essentiell: Untertitel, die meisten schauen ohne Ton
    • Warum? Kurze, klar strukturierte Videos mit hohem Relevanzfaktor werden häufiger vollständig angeschaut und vom Algorithmus bevorzugt.

    Entscheidend für alle Formate:
    Klare Struktur, visuelle Ruhe und ein roter Faden. Wer scannt, muss sofort erkennen: Worum geht’s und warum lohnt sich das Dranbleiben?

    4. Der Mix deiner Inhalte entscheidet über Relevanz.

    • Nur Fachliches? Schnell trocken.
    • Nur Persönliches? Schnell beliebig.
    • Die beste Kombination: Expertise + Haltung + Aktualität.

    5. Vermeide Inhalte, die rausführen.

    • YouTube-Videos, externe Links oder geteilte Beiträge senken deine Sichtbarkeit.
    • LinkedIn bevorzugt Inhalte, die Nutzer auf der Plattform halten.
    • Ausnahme: Du hast ein klares Ziel (z. B. Webinar, Newsletter, Produkt). Dann setze den Link bewusst im Text oder im ersten Kommentar.

    6. Gutes Design ist keine Kür, sondern Pflicht.

    • Starke Hooks, klare Absätze, keine Schachtelsätze.
    • Wichtig: Optimiere für mobile Nutzer, denn die Mehrheit liest am Smartphone.

    7. Sichtbarkeit beginnt vor dem Post.

    • 20–30 Minuten vor dem eigenen Post aktiv sein: kommentieren, liken, DMs beantworten, vernetzen.
    • So „wärmst“ du den Algorithmus auf und bekommst mehr Startreichweite.

    8. Reagiere auf Interaktion – in Echtzeit.

    • Die ersten 60 Minuten nach Veröffentlichung sind entscheidend.
    • Kommentare sind der Einstieg in den Dialog.
    • Reagiere, stelle Rückfragen, halte das Gespräch aktiv.

    9. Mach’s nicht zu lang, aber auch nicht zu kurz.

    • 1.200–1.800 Zeichen sind pro Beitrag ideal – ist aber die Story gut, bleibt der Leser länger dabei
    • Mehr Tiefe nur, wenn dein Text dramaturgisch trägt.
    • Ziel: Der Leser bleibt bis zum Schluss dabei.

    10. Poste mit System, nicht nach Laune.

    Die perfekte Content-Aufteilung 2025:

    • 40 % Fachliches (Tipps, How-tos, Einblicke)
    • 30 % Persönliches (Storys, Learnings, Haltung)
    • 20 % Aktuelles (News, Meinungen, Trends)
    • 10 % Angebote, Aktionen, Events

    11. Entwickle Formate mit Wiedererkennungswert.

    Zum Beispiel:

    • „Was ich aus X gelernt habe“
    • „5 Fehler, die ich heute nicht mehr mache“
    • „3 Learnings aus …“

    Menschen lieben Muster und Serien und bleiben eher dran.

    12. LinkedIn ist kein Sprint.

    Sichtbarkeit ist ein Prozess.
    Wer dranbleibt, gewinnt, nicht der mit dem einen viralen Hit.

    Fazit und Ausblick

    Die Erstellung eines professionellen LinkedIn-Profils als Bildungsexpert:in mag am Anfang eine große Aufgabe sein, aber die oben aufgeführten Tipps zu den einzelnen Elementen werden dazu beitragen, dass sich dein Profil von der Masse abhebt.

    Denke daran, alles kurz und prägnant zu halten – didaktisch reduziert. Verwende Schlüsselwörter, die für dein Fachgebiet relevant sind, erwähne gewonnene Preise oder abgeschlossene Projekte, hebe Forschungsarbeiten hervor, die mit besonderen Lehrmethoden verbunden sind, wähle ein passendes Titelbild und ein professionelles Profilbild und vergiss nicht die so wichtigen Empfehlungen von Kolleg:innen, Vorgesetzten oder Studierenden, die bereits mit dir zusammengearbeitet haben – sie sind unerlässlich, um sowohl Expertise als auch die Qualität deiner Arbeit zu demonstrieren!

    Ressourcen:

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